Sonntag, 8. Januar 2017

Die 20 wichtigsten Krebstherapien

Von Operation über Immuntherapie bis Mistelbehandlung: neue, zukunftsweisende, alternative und konventionelle Behandlungsmethoden im großen VITAL-Experten-Check.


8 Methoden der Schulmedizin 


1 OPERATION 


Der Chirurg entfernt den Tumor mit dem Skalpell oder in einem minimalinvasiven Eingriff per Endoskop. Oft wird die Geschwulst davor mit Medikamenten oder Strahlen behandelt, damit sie schrumpft und die Krebszellen während der OP nicht ins Gewebe streuen. 

BEHANDLUNGSERFOLG Die Operation ist immer der wichtigste Eckpfeiler einer Krebstherapie. Beispiel Brustkrebs: Ihr Erfolg hängt bei einem brusterhaltenden Verfahren von der Größe des Krebsknotens und der Zahl der befallenen Lymphknoten ab. Ist der Tumor z.B. kleiner als 0,5 Zentimeter, liegen die Heilungschancen bei 96 Prozent, so eine Untersuchung des Tumorzentrums München. Ist er einen bis 1,9 Zentimeter groß, beträgt die Überlebensrate 86 Prozent, ohne Lymphknotenbefall 89 Prozent. Bei Gebärmutterkrebs liegen die Heilungschancen zwischen 60 und 80 Prozent. Noch besser sieht es bei Hautkrebs aus. Prof. Helmut Breuninger, Universitäts-Hautklinik, Tübingen: „Mit einer operativen Frühtherapie sind praktisch 100 Prozent aller weißen Hautkrebse auf Dauer heilbar.“ 

NEU Operationsroboter, die durch Hightech-Navigationssysteme unterstützt werden, erleichtern den Chirurgen die Arbeit. Diese „computerbasierte Chirurgie“ wird z.B. bei der Therapie von Speiseröhrenkrebs eingesetzt. Schonende minimalinvasive Eingriffe per Endoskop setzen sich immer mehr durch. Damit kann jetzt sogar der Enddarm entfernt werden – ohne großen Bauchschnitt. 

2 STRAHLEN-THERAPIE 


Krebsherde werden gezielt mit ultraharten Röntgenstrahlen „beschossen“. Um das gesunde Gewebe zu schützen, wird die Bestrahlung durch eine Kernspin- oder Computertomografie kontrolliert. 

BEHANDLUNGSERFOLG Zusammen mit anderen Verfahren wie etwa der Chemotherapie hat die Bestrahlung eine Erfolgsquote von 50 Prozent. „Bei Brustkrebs lässt sich die Rückfallrate durch eine vier- bis sechswöchige Strahlentherapie um bis zu 80 Prozent verringern“, so Prof. Walter E. Aulitzky, Chefarzt des Robert-Koch-Krankenhauses in Stuttgart. Massive Hautschäden treten heute nicht mehr auf, „Verbrennungen“ sind selten. 

NEU Die sogenannte intensitätsmodulierte Strahlentherapie erlaubt eine nebenwirkungsärmere Bestrahlung als bisher. Und zwar bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, der Lunge und im Bauch. Bei der „intraoperativen Strahlentherapie“ wird der Wundherd noch während der Operation bestrahlt. Die nachfolgende Strahlendosis sinkt dadurch um 20 bis 30 Prozent. Ihre Erfolge sind beeindruckend. Prof. Frederik Wenz von der Universitätsklinik für Strahlentherapie in Mannheim: „Statt der ,normalen’ Rückfallrate von rund drei bis fünf Prozent in den ersten fünf Jahren wird nach der intraoperativen Bestrahlung nur bei 1,5 Prozent der Patientinnen erneut z.B. ein Tumor in der Brust entdeckt.“ 


3 CHEMO-THERAPIE 


Bei der Chemotherapie hemmen Zellgifte das Tumorwachstum oder unterdrücken seine Zellteilung. 

BEHANDLUNGSERFOLG Zur dauerhaften Heilung führt die Chemo bei dem Lymphdrüsenkrebs „Morbus Hodgkin“ oder Hodentumoren. Gut wirksam ist sie auch bei Leukämie im Kindesalter. Hier liegt die Erfolgsrate bei über 70 Prozent. Wenn Tumore z.B. in der Brust oder in den Eierstöcken gestreut haben und keine Heilung mehr möglich ist, kann eine Chemotherapie den Krankheitsverlauf ausbremsen. Schlecht sprechen Nierenzellkarzinome oder Tumore des Verdauungstraktes darauf an. Auch beim schwarzen Hautkrebs sind die Erfolge gering. Prof. Selma Ugurel, Universitätsklinik, Würzburg: „Durchschnittlich wird nur bei jedem dritten Patienten ein Stillstand oder eine Verbesserung seiner Krebserkrankung erreicht.“ 

NEU Bei der „chronomodulierten Chemotherapie“ nutzen Ärzte die innere Uhr des Menschen. Weil gesundes und erkranktes Gewebe zu unterschiedlichen Zeiten am empfindlichsten auf Zellgifte reagieren, werden diese zunehmend genau dann gespritzt, wenn die Tumorzellen sich teilen und am angreifbarsten sind. Erste Studien belegen eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie. 


4 HORMON-THERAPIE 


Etwa 70 bis 80 Prozent der Frauen mit Brustkrebs haben einen Tumor, der durch Hormone wie Östrogen angeregt wird. Die Hormontherapie unterdrückt durch bestimmte Substanzen – z.B. Aromatasehemmer oder den Wirkstoff Tamoxifen – Botenstoffe, die das Krebswachstum fördern. 

BEHANDLUNGSERFOLG Bei der Hormontherapie treten im Vergleich zur Chemotherapie selten Nebenwirkungen auf. Bei fortgeschrittenem Brustkrebs kann sie sogar wirksamer sein als eine Chemo. Neue Studien zeigen, dass Aromatasehemmer besser sind als Tamoxifen. Prof. Jens Huober, Kantonsspital in St. Gallen: „Die Gesamtsterblichkeit mit dem Aromatasehemmer Letrozol ist um 13 bis 19 Prozent geringer als mit Tamoxifen.“ 

NEU Mittel wie die Bisphosphonate, die bisher gegen Osteoporose eingesetzt wurden, verringern das Rückfallrisiko bei frühem Brustkrebs im Vergleich zu einer ausschließlichen Hormontherapie um 35 Prozent.

5 ANGIONESE-HEMMER 


Tumore ab zwei Millimeter brauchen eine eigene Blutversorgung. Sie produzieren Wachstumsfaktoren, um Gefäße sprießen zu lassen. Bestimmte Substanzen blockieren diese Wachstumsfaktoren, die Krebsgeschwulst „verhungert“. 

BEHANDLUNGSERFOLG Eine große US-Studie beweist, dass Angionesehemmer Tumore schrumpfen lassen. Prof. Jürgen Wolf, Universitätsklinik, Köln: „Ein wesentlicher Effekt des Medikaments scheint die Wirksamkeitsverstärkung der Chemo zu sein. Die Chemotherapeutika gelangen dadurch besser an die Tumorzellen.“ 

NEU Zur Zeit laufen mit positiven Ergebnissen Studien zur Wirksamkeit bei so neuen Indikationsgebieten wie Brust-, Nieren- und Darmkrebs.

6 IMMUN-THERAPIE 


Weil Krebszellen sich aus körpereigenen, vertrauten Zellen entwickeln und sich tarnen können, erkennt das Immunsystem sie nicht als Feind. Bei der Immuntherapie wird es durch bestimmte Botenstoffe „wachsam“ gemacht. 

BEHANDLUNGSERFOLG In Laborversuchen zeigte ein aus dem Blut der Patienten gewonnener Tumorimpfstoff bei 40 bis 80 Prozent der untersuchten Blutproben eine um das 200- bis 300-fach gesteigerte Immun-Aktivität. Aber: „In der klinischen Praxis bildete sich der Tumor nur bei drei bis zehn Prozent der Patienten tatsächlich zurück“, sagt Prof. Eckhart Kämpgen, Universitätshautklinik, Erlangen. 

NEU Der Krebsimpfstoff Stimuvax, der das Immunsystem anregt, Brustkrebszellen anzugreifen, geht jetzt in die dritte und letzte Phase der klinischen Überprüfung an 900 Patientinnen in mehr als 30 Ländern. Gleichzeitig wird er an 1300 Menschen mit Lungenkrebs getestet. Bisher mit hoffnungsvollen Resultaten. 


7 ANTIKÖRPER-THERAPIE 


Maßgeschneiderte Antikörper, die aus menschlichem Eiweiß hergestellt werden, heften sich gezielt an bestimmte Oberflächenmoleküle, z.B. HER2-Rezeptoren. Dort greifen sie die Krebszellen an. 

BEHANDLUNGSERFOLG Antikörper mit dem Wirkstoff Trastuzumab werden erfolgreich bei der Brustkrebstherapie eingesetzt. Die Überlebensrate beträgt mit Antikörpern etwa 85 Prozent, ohne 67 Prozent. 

NEU Nach jüngsten Studien helfen Antikörper auch bei Magenkrebs. „Ein klinisch bedeutsamer Erfolg“, bestätigt Prof. Hanno Riess, Charité, Berlin. 

8 GEN-THERAPIE 


Weil Krebs auch eine Erkrankung der Gene ist, versuchen Wissenschaftler, „TumorSuppressor-Gene“ in die Krebszellen einzuschleusen, die das Wachstum unterdrücken. 

BEHANDLUNGSERFOLG Finnische Mediziner berichten von ersten Erfolgen bei der Behandlung von bösartigen Neue Gehirntumoren.

12 Alternativ-Methoden 


1 API-THERAPIE 


Das Bienenkitt Propolis beseitigt im Stock Bakterien, Viren und Pilze. Die Bienen erzeugen es aus Baumharzen, die sie mit selbst produzierten Enzymen versetzen. Propolis hat antibiotische, antivirale und antimykotische Eigenschaften, hemmt Schmerzen und stärkt das Immunsystem des Körpers. 

BEHANDLUNGSERFOLG „Neueste Studien sprechen von hervorragenden Ergebnissen gegen Krebs in Verbindung mit Propolis. Ein wesentliches Problem besteht jedoch darin, dass das Produkt nicht standardisiert ist. Deswegen kann die mögliche pharmakologische Wirkung derzeit nicht ausgenutzt werden“, so Prof. Karsten Münstedt. „Bei einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich hat sich Propolis jedoch als sinnvoll erwiesen, um Schleimhautentzündungen zu verhindern.“ 

NEU Eine brasilianische Studie hat jetzt ergeben, dass eine Kombination aus Propolis, speziellen Pilzen und den Samen des Orleanstrauches „Annatto“ einen krebsblockierenden Effekt hat. Das Bienenharz-Molekül CLU-502 dämpft in den Krebszellen ein Gen, welches das Wachstum des Tumors antreibt. 

2 CANNABIS-THERAPIE 


Die Hanfpflanze enthält sogenannte Cannabinoide (z.B. Haschisch), die schmerzlindernd wirken. Der Cannabis- Wirkstoff Dronabinol ist verschreibungspflichtig. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Dr. Burkhard Hinz von der Universität Rostock wies jetzt nach, dass Cannabinoide das Eindringen von Tumorzellen in das umliegende Gewebe blockieren. Sie veranlassen z.B. Gebärmutterhals- und Lungenkrebszellen dazu, bestimmte Enzyme zu blockieren, ohne die sich Tumorzellen nicht ausbreiten können. Außerdem lindern Cannabinoide Nebenwirkungen wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen bei einer Chemotherapie und steigern den Appetit. Das ist wichtig, weil Auszehrung bei Krebspatienten die häufigste Todesursache ist. Denn 40 Prozent von ihnen haben keinen Hunger mehr. 

NEU Cannabinoide hemmen auch das Wachstum bösartiger aggressiver Gehirntumore, bei denen andere Therapien unwirksam sind. 


3 EIGENBLUT-THERAPIE 


Der Arzt entnimmt aus einer Vene Blut. Es wird mit homöopathischen Substanzen versetzt, ultraviolett bestrahlt oder mit destilliertem Wasser verdünnt. Danach spritzt der Arzt es wieder in den Körper zurück. Das soll einen Fremdreiz setzen und so das Immunsystem stimulieren. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Karsten Münstedt: „Allgemein kann bei Krebs die Eigenbluttherapie nicht empfohlen werden. Es liegen keine Studien vor, die überzeugend genug wären.“ 


4 ENZYM-THERAPIE 


Eingesetzt werden das Papaya-Enzym Papain, die Bauchspeicheldrüsen- Enzyme Trypsin und Chymotrypsin sowie das Ananas-Enzym Bromelain. Die Enzyme sorgen dafür, dass Krebszellen, die sich mit einer Eiweißschicht tarnen, vom Abwehrsystem erkannt und angegriffen werden. 

BEHANDLUNGSERFOLG Enzyme verdünnen das Blut. Zellen, die sich aus dem Tumor lösen, siedeln sich seltener woanders an, um Metastasen zu bilden. Dr. Jutta Hübner, Chefärztin der Abteilung Onkologie, Habichtswald-Klinik, Kassel-Wilhelmshöhe: „Die Behandlung mit Enzymen kann die Dosis der Strahlen- oder Chemotherapie reduzieren. So können die Zellen verschont werden, die zur Immunabwehr benötigt werden. Zudem mildern Enzyme die giftige Wirkung der Chemotherapie.“ 

NEU Eine Enzymtherapie vor einer Operation sorgt dafür, dass die Konzentration von Antibiotika im Operationsgebiet bis zu sechsfach höher ist als ohne Enzyme. Dadurch werden Infektionen im Wundbereich verhindert. Und die Narbenbildung z.B. bei Brustkrebs-OPs ist geringer. 


5 HOMÖOPATHIE 


Die Homöopathie bekämpft Krankheiten, indem sie ein stark verdünntes Mittel aus dem Pflanzen- und Tierreich oder der Welt der Mineralien verabreicht, das ähnliche Symptome auslöst wie die Krankheit selbst. 

BEHANDLUNGSERFOLG Bei Entkräftung von Patienten hilft etwa Arsenoxis, bei Entzündungen der Schleimhäute Silizium, bei schweren Erschöpfungszuständen Phosphor. Prof. Münstedt: „Klinische Studien gibt es nicht. Die Mittel sollten, wenn gewünscht, nur als Zusatzmedikation zu den klassischen Therapieverfahren eingesetzt werden.“ 

NEU Ein Vergleich von acht internationalen Studien mit 664 Teilnehmern durch das Wissenschaftler-Netzwerk „Cochrane Collaboration“ zeigte: Eine homöopathische CalendulaSalbe aus Ringelblumen verringert akute Hautentzündungen bei Brustkrebspatientinnen effektiver als andere Cremes. Eine homöopathische Mundspülung aus Belladonna, Arnika, Johanniskraut und Echinacea lässt Mundschleimhautentzündungen als Folge von Bestrahlungen schnell abklingen. 

6 HYPER-THERMIE 


Bei der Ganzkörper-Hyperthermie erhitzen z.B. Radiowellen, Ultraschall oder Infrarotstrahlen den ganzen Körper auf 39 bis 42,8 Grad Celsius. Die regionale Tiefenhyperthermie wird bei kleinflächigeren Tumorleiden wie z.B. Eierstockkrebs eingesetzt. Sie überwärmt nur den Teil des Körpers auf 42 Grad Celsius, in dem der Tumor sitzt. Weil Krebszellen besonders hitzeempfindlich sind, sterben sie schneller ab als gesundes Gewebe. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Michael Bamberg: „In jüngster Zeit bescheinigen eine Reihe internationaler Studien der Hyperthermie spektakuläre Erfolge. So konnten Patientinnen mit wiederkehrendem Brustkrebs durch ihren Einsatz zu 68 Prozent geheilt werden. Mit der Strahlentherapie alleine gelang das nur bei 23 Prozent.“ Auch beim Gebärmutterkrebs gibt es vielversprechende neue klinische Studien. Die milde (bis 39 Grad Celsius) und die moderate (bis 40,5 Grad Celsius) Ganzkörperhyperthermie verbessern die Ergebnisse einer Strahlen- oder Chemotherapie. 

7 KREBS-DIÄTEN 


Falsche Ernährung, Darmgifte oder ein Ungleichgewicht des Natrium-Kalium-Haushalts sollen die Entstehung von Krebs fördern. Krebsdiäten wie die Öl-Eiweiß-Kost sollen Dysbalancen ausgleichen oder den Darm als wichtigstes Immunorgan „sanieren“. 

BEHANDLUNGSERFOLG „Krebsdiäten haben keine nachweisbare therapeutische oder heilende Wirkung“, bestätigt das Deutsche Krebsforschungszentrum, Heidelberg. Resveratrol in Rotwein scheint allerdings krebshemmend zu sein, ebenso Cumarine in Hülsenfrüchten und Terpene in Zitrusfrüchten oder Kohl. Aber: „Bei bereits erkrankten Frauen hat der Lebensstil Einfluss auf den Verlauf des Krebsleidens. Weniger essen und regelmäßige Bewegung können die Sterblichkeit und das Risiko, dass der Krebs wieder zurückkommt, um die Hälfte reduzieren“, sagt Prof. Ulrich Kleeberg, Onkologe aus Hamburg. 

NEU Der Wirkstoff DIM (Diindolylmethan), der bei der Verdauung von Kohl entsteht, verringert die Produktion von Eiweißen, die für die Ausbreitung von Eierstock- und Brustkrebs notwendig sind. Die Beweglichkeit von Krebszellen, die Tochtergeschwülste bilden, reduzierte sich um 80 Prozent. Neue Studien checken jetzt die Anti-Krebs- Wirkung weiterer Obst- und Gemüsesorten. 

8 MAGNETFELD-THERAPIE 


Ein pulsierendes oder gleich bleibendes Magnetfeld beeinflusst den Organismus bioenergetisch mit elektromagnetischen Schwingungen. Die Energie soll Krebszellen durch Wärmebildung zerstören. 

BEHANDLUNGSERFOLG „Die Therapie ist nicht für den Einsatz gegen Krebs geeignet. Die übertragene Wärme ist zu gering, um Tumorzellen so zu schädigen, dass sie absterben“, sagt Prof. Münstedt. 

9 MELATONIN-THERAPIE 


Das Körperhormon Melatonin hat einen starken Einfluss auf das Immunsystem, bekämpft „Freie Radikale“, verhindert Veränderungen im Erbgut. Seine Produktion nimmt im Alter ab. Das begünstigt die Entstehung von Krebs. 

BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Edward Mills von der McMaster-Universität im kanadischen Hamilton: „Melatonin senkt das Sterberisiko von Patienten mit Lungen-, Haut-, Nieren- oder Brustkrebs, die täglich 10 bis 40 Milligramm Melatonin einnehmen, um 34 Prozent.“ Und es schützt bei der Chemo vor einem Abbau der Blutplättchen. 

NEU Der spanische Forscher Prof. Carlos Manuel Martinez Campa von der Universität Santander wies nach, dass das Hormon die Überlebensrate bei Brustkrebs erhöht. 


10 GRÜNTEE-THERAPIE 


Wirkstoffe im grünen Tee wie die Polyphenole greifen ein wichtiges Enzym in den Krebszellen an und verhindern das Wachstum des Tumors. Grüntee ist ein stärkerer Radikalenfänger als Vitamin C oder E. Empfohlen wird, täglich zwei bis drei Tassen zu trinken. Dosierung: Einen gehäufter Teelöffel grünen Tee auf eine Tasse Wasser geben. 

BEHANDLUNGSERFOLG Klinische Studien zeigen, dass die Polyphenole viele Tumormarker senken. Untersuchungen an Patientinnen mit Brust- und Eierstockkrebs beweisen, dass grüner Tee die Überlebenszeit verlängert. Prof. Münstedt: „Grüner Tee sollte in den täglichen Speiseplan aufgenommen werden. Es wirkt krebsvorbeugend und verhindert die Ausbreitung von Metastasen.“ 

11 MISTEL-THERAPIE 


Die immergrüne Pflanze enthält Eiweißstoffe – Mistellektine –, die das Immunsystem anregen, Fress- und Killerzellen zu bilden. Zusätzlich hellt sie die Grundstimmung auf. 

BEHANDLUNGSERFOLG Als einzige Wirkung deutet sich nach Erkenntnissen des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information in Köln eine Verbesserung der Lebensqualität bei brustkrebskranken Frauen während einer Chemotherapie an. 

12 VITAMIN-THERAPIE 


Vitamine wie C, E, A oder D nehmen im Organismus wichtige Funktionen als Radikalenfänger wahr, regulieren die Zellteilung, regen das Immunsystem an und bekämpfen krebserregende Stoffe. 

BEHANDLUNGSERFOLG Die meisten Vitamine haben keinen oder nur einen geringen Einfluss auf Tumore. Dr. Jutta Hübner: „Von der Einnahme von Vitamin A oder BetaCarotin ist abzuraten.“ Die Vitamine B6 und E haben keine nachweislichen Effekte, B1 erhöht wahrscheinlich die Wirkung der Chemotherapie. B12 ist nur sinnvoll, wenn durch eine Krebs-OP Magen oder Dünndarm entfernt wurden. Die Wirkung der Vitamine C und D ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. 

Stand: September 2009 

Gelesen im VITAL

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