Von Operation über Immuntherapie bis Mistelbehandlung: neue, zukunftsweisende, alternative und konventionelle Behandlungsmethoden im großen VITAL-Experten-Check.
8 Methoden der Schulmedizin
1 OPERATION
Der Chirurg entfernt den Tumor mit dem Skalpell oder in einem minimalinvasiven Eingriff
per Endoskop. Oft wird die Geschwulst davor mit Medikamenten oder Strahlen behandelt,
damit sie schrumpft und die Krebszellen während der OP nicht ins Gewebe streuen.
BEHANDLUNGSERFOLG Die Operation ist immer der wichtigste Eckpfeiler einer
Krebstherapie. Beispiel Brustkrebs: Ihr Erfolg hängt bei einem brusterhaltenden Verfahren
von der Größe des Krebsknotens und der Zahl der befallenen Lymphknoten ab. Ist der Tumor
z.B. kleiner als 0,5 Zentimeter, liegen die Heilungschancen bei 96 Prozent, so eine
Untersuchung des Tumorzentrums München. Ist er einen bis 1,9 Zentimeter groß, beträgt die
Überlebensrate 86 Prozent, ohne Lymphknotenbefall 89 Prozent. Bei Gebärmutterkrebs
liegen die Heilungschancen zwischen 60 und 80 Prozent. Noch besser sieht es bei Hautkrebs
aus. Prof. Helmut Breuninger, Universitäts-Hautklinik, Tübingen: „Mit einer operativen
Frühtherapie sind praktisch 100 Prozent aller weißen Hautkrebse auf Dauer heilbar.“
NEU Operationsroboter, die durch Hightech-Navigationssysteme unterstützt werden,
erleichtern den Chirurgen die Arbeit. Diese „computerbasierte Chirurgie“ wird z.B. bei der
Therapie von Speiseröhrenkrebs eingesetzt. Schonende minimalinvasive Eingriffe per
Endoskop setzen sich immer mehr durch. Damit kann jetzt sogar der Enddarm entfernt
werden – ohne großen Bauchschnitt.
2 STRAHLEN-THERAPIE
Krebsherde werden gezielt mit ultraharten Röntgenstrahlen „beschossen“. Um das gesunde
Gewebe zu schützen, wird die Bestrahlung durch eine Kernspin- oder Computertomografie
kontrolliert.
BEHANDLUNGSERFOLG Zusammen mit anderen Verfahren wie etwa der Chemotherapie
hat die Bestrahlung eine Erfolgsquote von 50 Prozent. „Bei Brustkrebs lässt sich die
Rückfallrate durch eine vier- bis sechswöchige Strahlentherapie um bis zu 80 Prozent
verringern“, so Prof. Walter E. Aulitzky, Chefarzt des Robert-Koch-Krankenhauses in
Stuttgart. Massive Hautschäden treten heute nicht mehr auf, „Verbrennungen“ sind selten.
NEU Die sogenannte intensitätsmodulierte Strahlentherapie erlaubt eine
nebenwirkungsärmere Bestrahlung als bisher. Und zwar bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich,
der Lunge und im Bauch. Bei der „intraoperativen Strahlentherapie“ wird der Wundherd noch
während der Operation bestrahlt. Die nachfolgende Strahlendosis sinkt dadurch um 20 bis 30
Prozent. Ihre Erfolge sind beeindruckend. Prof. Frederik Wenz von der Universitätsklinik für
Strahlentherapie in Mannheim: „Statt der ,normalen’ Rückfallrate von rund drei bis fünf
Prozent in den ersten fünf Jahren wird nach der intraoperativen Bestrahlung nur bei 1,5
Prozent der Patientinnen erneut z.B. ein Tumor in der Brust entdeckt.“
3 CHEMO-THERAPIE
Bei der Chemotherapie hemmen Zellgifte das Tumorwachstum oder unterdrücken seine
Zellteilung.
BEHANDLUNGSERFOLG Zur dauerhaften Heilung führt die Chemo bei dem
Lymphdrüsenkrebs „Morbus Hodgkin“ oder Hodentumoren. Gut wirksam ist sie auch bei
Leukämie im Kindesalter. Hier liegt die Erfolgsrate bei über 70 Prozent. Wenn Tumore z.B.
in der Brust oder in den Eierstöcken gestreut haben und keine Heilung mehr möglich ist, kann
eine Chemotherapie den Krankheitsverlauf ausbremsen. Schlecht sprechen
Nierenzellkarzinome oder Tumore des Verdauungstraktes darauf an. Auch beim schwarzen
Hautkrebs sind die Erfolge gering. Prof. Selma Ugurel, Universitätsklinik, Würzburg:
„Durchschnittlich wird nur bei jedem dritten Patienten ein Stillstand oder eine Verbesserung
seiner Krebserkrankung erreicht.“
NEU Bei der „chronomodulierten Chemotherapie“ nutzen Ärzte die innere Uhr des
Menschen. Weil gesundes und erkranktes Gewebe zu unterschiedlichen Zeiten am
empfindlichsten auf Zellgifte reagieren, werden diese zunehmend genau dann gespritzt, wenn
die Tumorzellen sich teilen und am angreifbarsten sind. Erste Studien belegen eine deutliche
Verbesserung im Vergleich zur herkömmlichen Chemotherapie.
4 HORMON-THERAPIE
Etwa 70 bis 80 Prozent der Frauen mit Brustkrebs haben einen Tumor, der durch Hormone
wie Östrogen angeregt wird. Die Hormontherapie unterdrückt durch bestimmte Substanzen –
z.B. Aromatasehemmer oder den Wirkstoff Tamoxifen – Botenstoffe, die das Krebswachstum
fördern.
BEHANDLUNGSERFOLG Bei der Hormontherapie treten im Vergleich zur Chemotherapie
selten Nebenwirkungen auf. Bei fortgeschrittenem Brustkrebs kann sie sogar wirksamer sein
als eine Chemo. Neue Studien zeigen, dass Aromatasehemmer besser sind als Tamoxifen.
Prof. Jens Huober, Kantonsspital in St. Gallen: „Die Gesamtsterblichkeit mit dem
Aromatasehemmer Letrozol ist um 13 bis 19 Prozent geringer als mit Tamoxifen.“
NEU Mittel wie die Bisphosphonate, die bisher gegen Osteoporose eingesetzt wurden,
verringern das Rückfallrisiko bei frühem Brustkrebs im Vergleich zu einer ausschließlichen
Hormontherapie um 35 Prozent.
5 ANGIONESE-HEMMER
Tumore ab zwei Millimeter brauchen eine eigene Blutversorgung. Sie produzieren
Wachstumsfaktoren, um Gefäße sprießen zu lassen. Bestimmte Substanzen blockieren diese
Wachstumsfaktoren, die Krebsgeschwulst „verhungert“.
BEHANDLUNGSERFOLG Eine große US-Studie beweist, dass Angionesehemmer Tumore
schrumpfen lassen. Prof. Jürgen Wolf, Universitätsklinik, Köln: „Ein wesentlicher Effekt des
Medikaments scheint die Wirksamkeitsverstärkung der Chemo zu sein. Die
Chemotherapeutika gelangen dadurch besser an die Tumorzellen.“
NEU Zur Zeit laufen mit positiven Ergebnissen Studien zur Wirksamkeit bei so neuen
Indikationsgebieten wie Brust-, Nieren- und Darmkrebs.
6 IMMUN-THERAPIE
Weil Krebszellen sich aus körpereigenen, vertrauten Zellen entwickeln und sich tarnen
können, erkennt das Immunsystem sie nicht als Feind. Bei der Immuntherapie wird es durch
bestimmte Botenstoffe „wachsam“ gemacht.
BEHANDLUNGSERFOLG In Laborversuchen zeigte ein aus dem Blut der Patienten
gewonnener Tumorimpfstoff bei 40 bis 80 Prozent der untersuchten Blutproben eine um das
200- bis 300-fach gesteigerte Immun-Aktivität. Aber: „In der klinischen Praxis bildete sich
der Tumor nur bei drei bis zehn Prozent der Patienten tatsächlich zurück“, sagt Prof. Eckhart
Kämpgen, Universitätshautklinik, Erlangen.
NEU Der Krebsimpfstoff Stimuvax, der das Immunsystem anregt, Brustkrebszellen
anzugreifen, geht jetzt in die dritte und letzte Phase der klinischen Überprüfung an 900
Patientinnen in mehr als 30 Ländern. Gleichzeitig wird er an 1300 Menschen mit
Lungenkrebs getestet. Bisher mit hoffnungsvollen Resultaten.
7 ANTIKÖRPER-THERAPIE
Maßgeschneiderte Antikörper, die aus menschlichem Eiweiß hergestellt werden, heften sich
gezielt an bestimmte Oberflächenmoleküle, z.B. HER2-Rezeptoren. Dort greifen sie die
Krebszellen an.
BEHANDLUNGSERFOLG Antikörper mit dem Wirkstoff Trastuzumab werden erfolgreich
bei der Brustkrebstherapie eingesetzt. Die Überlebensrate beträgt mit Antikörpern etwa 85
Prozent, ohne 67 Prozent.
NEU Nach jüngsten Studien helfen Antikörper auch bei Magenkrebs. „Ein klinisch
bedeutsamer Erfolg“, bestätigt Prof. Hanno Riess, Charité, Berlin.
8 GEN-THERAPIE
Weil Krebs auch eine Erkrankung der Gene ist, versuchen Wissenschaftler, „TumorSuppressor-Gene“
in die Krebszellen einzuschleusen, die das Wachstum unterdrücken.
BEHANDLUNGSERFOLG Finnische Mediziner berichten von ersten Erfolgen bei der
Behandlung von bösartigen Neue Gehirntumoren.
12 Alternativ-Methoden
1 API-THERAPIE
Das Bienenkitt Propolis beseitigt im Stock Bakterien, Viren und Pilze. Die Bienen erzeugen
es aus Baumharzen, die sie mit selbst produzierten Enzymen versetzen. Propolis hat
antibiotische, antivirale und antimykotische Eigenschaften, hemmt Schmerzen und stärkt das
Immunsystem des Körpers.
BEHANDLUNGSERFOLG „Neueste Studien sprechen von hervorragenden Ergebnissen
gegen Krebs in Verbindung mit Propolis. Ein wesentliches Problem besteht jedoch darin, dass
das Produkt nicht standardisiert ist. Deswegen kann die mögliche pharmakologische Wirkung
derzeit nicht ausgenutzt werden“, so Prof. Karsten Münstedt. „Bei einer Strahlentherapie im
Kopf-Hals-Bereich hat sich Propolis jedoch als sinnvoll erwiesen, um
Schleimhautentzündungen zu verhindern.“
NEU Eine brasilianische Studie hat jetzt ergeben, dass eine Kombination aus Propolis,
speziellen Pilzen und den Samen des Orleanstrauches „Annatto“ einen krebsblockierenden
Effekt hat. Das Bienenharz-Molekül CLU-502 dämpft in den Krebszellen ein Gen, welches
das Wachstum des Tumors antreibt.
2 CANNABIS-THERAPIE
Die Hanfpflanze enthält sogenannte Cannabinoide (z.B. Haschisch), die schmerzlindernd
wirken. Der Cannabis- Wirkstoff Dronabinol ist verschreibungspflichtig.
BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Dr. Burkhard Hinz von der Universität Rostock wies jetzt
nach, dass Cannabinoide das Eindringen von Tumorzellen in das umliegende Gewebe
blockieren. Sie veranlassen z.B. Gebärmutterhals- und Lungenkrebszellen dazu, bestimmte
Enzyme zu blockieren, ohne die sich Tumorzellen nicht ausbreiten können. Außerdem lindern
Cannabinoide Nebenwirkungen wie Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen bei einer
Chemotherapie und steigern den Appetit. Das ist wichtig, weil Auszehrung bei
Krebspatienten die häufigste Todesursache ist. Denn 40 Prozent von ihnen haben keinen
Hunger mehr.
NEU Cannabinoide hemmen auch das Wachstum bösartiger aggressiver Gehirntumore, bei
denen andere Therapien unwirksam sind.
3 EIGENBLUT-THERAPIE
Der Arzt entnimmt aus einer Vene Blut. Es wird mit homöopathischen Substanzen versetzt,
ultraviolett bestrahlt oder mit destilliertem Wasser verdünnt. Danach spritzt der Arzt es
wieder in den Körper zurück. Das soll einen Fremdreiz setzen und so das Immunsystem
stimulieren.
BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Karsten Münstedt: „Allgemein kann bei Krebs die
Eigenbluttherapie nicht empfohlen werden. Es liegen keine Studien vor, die überzeugend
genug wären.“
4 ENZYM-THERAPIE
Eingesetzt werden das Papaya-Enzym Papain, die Bauchspeicheldrüsen- Enzyme Trypsin und
Chymotrypsin sowie das Ananas-Enzym Bromelain. Die Enzyme sorgen dafür, dass
Krebszellen, die sich mit einer Eiweißschicht tarnen, vom Abwehrsystem erkannt und
angegriffen werden.
BEHANDLUNGSERFOLG Enzyme verdünnen das Blut. Zellen, die sich aus dem Tumor
lösen, siedeln sich seltener woanders an, um Metastasen zu bilden. Dr. Jutta Hübner,
Chefärztin der Abteilung Onkologie, Habichtswald-Klinik, Kassel-Wilhelmshöhe: „Die
Behandlung mit Enzymen kann die Dosis der Strahlen- oder Chemotherapie reduzieren. So
können die Zellen verschont werden, die zur Immunabwehr benötigt werden. Zudem mildern
Enzyme die giftige Wirkung der Chemotherapie.“
NEU Eine Enzymtherapie vor einer Operation sorgt dafür, dass die Konzentration von
Antibiotika im Operationsgebiet bis zu sechsfach höher ist als ohne Enzyme. Dadurch werden
Infektionen im Wundbereich verhindert. Und die Narbenbildung z.B. bei Brustkrebs-OPs ist
geringer.
5 HOMÖOPATHIE
Die Homöopathie bekämpft Krankheiten, indem sie ein stark verdünntes Mittel aus dem
Pflanzen- und Tierreich oder der Welt der Mineralien verabreicht, das ähnliche Symptome
auslöst wie die Krankheit selbst.
BEHANDLUNGSERFOLG Bei Entkräftung von Patienten hilft etwa Arsenoxis, bei
Entzündungen der Schleimhäute Silizium, bei schweren Erschöpfungszuständen Phosphor.
Prof. Münstedt: „Klinische Studien gibt es nicht. Die Mittel sollten, wenn gewünscht, nur als
Zusatzmedikation zu den klassischen Therapieverfahren eingesetzt werden.“
NEU Ein Vergleich von acht internationalen Studien mit 664 Teilnehmern durch das
Wissenschaftler-Netzwerk „Cochrane Collaboration“ zeigte: Eine homöopathische CalendulaSalbe
aus Ringelblumen verringert akute Hautentzündungen bei Brustkrebspatientinnen
effektiver als andere Cremes. Eine homöopathische Mundspülung aus Belladonna, Arnika,
Johanniskraut und Echinacea lässt Mundschleimhautentzündungen als Folge von
Bestrahlungen schnell abklingen.
6 HYPER-THERMIE
Bei der Ganzkörper-Hyperthermie erhitzen z.B. Radiowellen, Ultraschall oder
Infrarotstrahlen den ganzen Körper auf 39 bis 42,8 Grad Celsius. Die regionale
Tiefenhyperthermie wird bei kleinflächigeren Tumorleiden wie z.B. Eierstockkrebs
eingesetzt. Sie überwärmt nur den Teil des Körpers auf 42 Grad Celsius, in dem der Tumor
sitzt. Weil Krebszellen besonders hitzeempfindlich sind, sterben sie schneller ab als gesundes
Gewebe.
BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Michael Bamberg: „In jüngster Zeit bescheinigen eine
Reihe internationaler Studien der Hyperthermie spektakuläre Erfolge. So konnten
Patientinnen mit wiederkehrendem Brustkrebs durch ihren Einsatz zu 68 Prozent geheilt
werden. Mit der Strahlentherapie alleine gelang das nur bei 23 Prozent.“ Auch beim
Gebärmutterkrebs gibt es vielversprechende neue klinische Studien. Die milde (bis 39 Grad
Celsius) und die moderate (bis 40,5 Grad Celsius) Ganzkörperhyperthermie verbessern die
Ergebnisse einer Strahlen- oder Chemotherapie.
7 KREBS-DIÄTEN
Falsche Ernährung, Darmgifte oder ein Ungleichgewicht des Natrium-Kalium-Haushalts
sollen die Entstehung von Krebs fördern. Krebsdiäten wie die Öl-Eiweiß-Kost sollen
Dysbalancen ausgleichen oder den Darm als wichtigstes Immunorgan „sanieren“.
BEHANDLUNGSERFOLG „Krebsdiäten haben keine nachweisbare therapeutische oder
heilende Wirkung“, bestätigt das Deutsche Krebsforschungszentrum, Heidelberg. Resveratrol
in Rotwein scheint allerdings krebshemmend zu sein, ebenso Cumarine in Hülsenfrüchten und
Terpene in Zitrusfrüchten oder Kohl. Aber: „Bei bereits erkrankten Frauen hat der Lebensstil
Einfluss auf den Verlauf des Krebsleidens. Weniger essen und regelmäßige Bewegung
können die Sterblichkeit und das Risiko, dass der Krebs wieder zurückkommt, um die Hälfte
reduzieren“, sagt Prof. Ulrich Kleeberg, Onkologe aus Hamburg.
NEU Der Wirkstoff DIM (Diindolylmethan), der bei der Verdauung von Kohl entsteht,
verringert die Produktion von Eiweißen, die für die Ausbreitung von Eierstock- und
Brustkrebs notwendig sind. Die Beweglichkeit von Krebszellen, die Tochtergeschwülste
bilden, reduzierte sich um 80 Prozent. Neue Studien checken jetzt die Anti-Krebs- Wirkung
weiterer Obst- und Gemüsesorten.
8 MAGNETFELD-THERAPIE
Ein pulsierendes oder gleich bleibendes Magnetfeld beeinflusst den Organismus
bioenergetisch mit elektromagnetischen Schwingungen. Die Energie soll Krebszellen durch
Wärmebildung zerstören.
BEHANDLUNGSERFOLG „Die Therapie ist nicht für den Einsatz gegen Krebs geeignet.
Die übertragene Wärme ist zu gering, um Tumorzellen so zu schädigen, dass sie absterben“,
sagt Prof. Münstedt.
9 MELATONIN-THERAPIE
Das Körperhormon Melatonin hat einen starken Einfluss auf das Immunsystem, bekämpft
„Freie Radikale“, verhindert Veränderungen im Erbgut. Seine Produktion nimmt im Alter ab.
Das begünstigt die Entstehung von Krebs.
BEHANDLUNGSERFOLG Prof. Edward Mills von der McMaster-Universität im
kanadischen Hamilton: „Melatonin senkt das Sterberisiko von Patienten mit Lungen-, Haut-,
Nieren- oder Brustkrebs, die täglich 10 bis 40 Milligramm Melatonin einnehmen, um 34
Prozent.“ Und es schützt bei der Chemo vor einem Abbau der Blutplättchen.
NEU Der spanische Forscher Prof. Carlos Manuel Martinez Campa von der Universität
Santander wies nach, dass das Hormon die Überlebensrate bei Brustkrebs erhöht.
10 GRÜNTEE-THERAPIE
Wirkstoffe im grünen Tee wie die Polyphenole greifen ein wichtiges Enzym in den
Krebszellen an und verhindern das Wachstum des Tumors. Grüntee ist ein stärkerer
Radikalenfänger als Vitamin C oder E. Empfohlen wird, täglich zwei bis drei Tassen zu
trinken. Dosierung: Einen gehäufter Teelöffel grünen Tee auf eine Tasse Wasser geben.
BEHANDLUNGSERFOLG Klinische Studien zeigen, dass die Polyphenole viele
Tumormarker senken. Untersuchungen an Patientinnen mit Brust- und Eierstockkrebs
beweisen, dass grüner Tee die Überlebenszeit verlängert. Prof. Münstedt: „Grüner Tee sollte
in den täglichen Speiseplan aufgenommen werden. Es wirkt krebsvorbeugend und verhindert
die Ausbreitung von Metastasen.“
11 MISTEL-THERAPIE
Die immergrüne Pflanze enthält Eiweißstoffe – Mistellektine –, die das Immunsystem
anregen, Fress- und Killerzellen zu bilden. Zusätzlich hellt sie die Grundstimmung auf.
BEHANDLUNGSERFOLG Als einzige Wirkung deutet sich nach Erkenntnissen des
Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information in Köln eine
Verbesserung der Lebensqualität bei brustkrebskranken Frauen während einer Chemotherapie
an.
12 VITAMIN-THERAPIE
Vitamine wie C, E, A oder D nehmen im Organismus wichtige Funktionen als
Radikalenfänger wahr, regulieren die Zellteilung, regen das Immunsystem an und bekämpfen
krebserregende Stoffe.
BEHANDLUNGSERFOLG Die meisten Vitamine haben keinen oder nur einen geringen
Einfluss auf Tumore. Dr. Jutta Hübner: „Von der Einnahme von Vitamin A oder BetaCarotin
ist abzuraten.“ Die Vitamine B6 und E haben keine nachweislichen Effekte, B1
erhöht wahrscheinlich die Wirkung der Chemotherapie. B12 ist nur sinnvoll, wenn durch eine
Krebs-OP Magen oder Dünndarm entfernt wurden. Die Wirkung der Vitamine C und D ist
wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt.
Stand: September 2009
Gelesen im VITAL
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