Einmal noch umdrehen, nur zehn Minuten mehr – so harmlos wirkt die Schlummertaste. Doch genau sie kann uns den ganzen Tag verhageln, warnt US-Schlafforscher Robert Rosenberg. Wer sich regelmässig „Weckerklingeln plus Extra-Schläfchen“ gönnt, bringt seinen inneren Rhythmus durcheinander. Das Gehirn weiss nicht mehr: Soll es hochfahren oder im Schlummermodus bleiben? Die Folge: bleierne Müdigkeit, die bis in den Abend nachhallt.
Die einfache Lösung – Wecker klingelt, raus aus dem Bett – funktioniert allerdings nicht. Denn hinter der Schlummertasten-Sucht steckt oft ein tieferliegendes Problem: chronischer Schlafmangel, in der Forschung bekannt als „sozialer Jetlag“.
Unser innerer Takt gerät aus dem Rhythmus, wenn die biologische Uhr durch nächtliches Scrollen und exzessive Nutzung sozialer Medien ausgebremst wird. Netflix, WhatsApp, TikTok – die Bildschirme strahlen bis spät in die Nacht. Das blaue Licht hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, unser natürlicher Schlafhelfer bleibt auf der Strecke.
Rosenbergs Rat ist deshalb simpel, aber radikal: 90 Minuten vor dem Zubettgehen digitaler Shutdown. Keine Nachrichten, keine Streams, kein Scrollen. Nur so lässt sich die Nacht retten – und der Morgen gleich mit. Wer den Social Jetlag ernst nimmt und die Schlummertaste meidet, startet wacher, klarer und energiegeladener in den Tag.
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